Art. 18 Convention relative au statut des apatrides
„Les États contractants accorderont aux apatrides se trouvant régulièrement sur leur territoire
un traitement aussi favorable que possible et, de toute façon, un traitement qui ne soit pas moins
favorable que celui qui est accordé, dans les mêmes circonstances, aux étrangers en général, en
ce qui concerne l’exercice d’une profession non salariée dans l’agriculture, l’industrie, l’artisanat
et le commerce, ainsi que la création de sociétés commerciales et industrielles.“
Art. 19 Convention relative au statut des apatrides
„Tout État contractant accordera aux apatrides résidant régulièrement sur son territoire, qui
sont titulaires de diplômes reconnus par les autorités compétentes dudit État et qui sont désireux
d’exercer une profession libérale, un traitement aussi favorable que possible et, de toute façon,
un traitement qui ne soit pas moins favorable que celui qui est accordé, dans les mêmes circonstances, aux étrangers en général.”
191. Die Bestimmung bezüglich des Zugangs zu selbständiger Erwerbstätigkeit in Art. 18
Staatenlosenübereinkommen findet bereits auf Staatenlose Anwendung, die sich
rechtmässig im Hoheitsgebiet befinden („se trouvant régulièrement sur leur territoire“).
Die Bestimmungen bezüglich des Zugangs zu unselbständiger Erwerbstätigkeit
beziehungsweise
dem
Stellenantritt
in
Art.
17
Staatenlosenübereinkommen
und zu freien Berufen in Art. 19 Staatenlosenübereinkommen gelten dagegen
nur für Staatenlose, die sich rechtmässig im Hoheitsgebiet aufhalten („résidant
régulièrement sur leur territoire“). Im Gegensatz zum deutschen Bundesgesetzblatt
wird diese Unterscheidung in der Schweizer Übersetzung des Staatenlosenübereinkommens nicht reflektiert. Stattdessen wird in allen drei Artikeln auf einen rechtmässigen
Aufenthalt verwiesen.155
192. Im UNHCR-Handbuch wird dargelegt, dass der Vertragsstaat Staatenlosen die Anwesenheit
erlauben muss, damit diese sich rechtmässig im Hoheitsgebiet befinden. Der Begriff umfasst
sowohl die ausdrücklich genehmigte als auch die Anwesenheit, die bekannt und nicht
untersagt ist. Die Anwesenheit kann vorübergehender Natur sein. Personen befinden sich
rechtmässig im Hoheitsgebiet eines Vertragsstaats, wenn sie ein Gesuch um Anerkennung der
Staatenlosigkeit gestellt haben. Eine Person, die über keinen Aufenthaltsstatus verfügt und
es ablehnt, ein Staatenlosenanerkennungsverfahren einzuleiten, befindet sich dagegen nicht
rechtmässig im Hoheitsgebiet.156
193. Dagegen setzt das Kriterium des rechtmässigen Aufenthalts eine längere Dauer der
Anwesenheit im Hoheitsgebiet voraus. Dabei muss es sich jedoch nicht um einen dauerhaften
Aufenthalt handeln. Kürzere Aufenthalte, die vom Vertragsstaat genehmigt wurden, können
ausreichen, solange es sich nicht lediglich um vorübergehende Besuche handelt. Staatenlose,
die einen Aufenthaltstitel besitzen, fallen in diese Kategorie. Ausserdem sind Personen
erfasst, deren Aufenthalt vorübergehend erlaubt ist, sofern sich dies auf einen Zeitraum von
mehr als nur wenigen Monaten bezieht.157
155
Vgl. AS 1972 2320, verfügbar unter: https://bit.ly/2MQS9SG; und Bundesgesetzblatt Teil II, Jahrgang 1976, Nr. 22,
S. 479–480.
156
Vgl. UNHCR, UNHCR-Handbuch, Genf 2014 (deutsche Version 2016), § 135.
157
Vgl. UNHCR, UNHCR-Handbuch, Genf 2014 (deutsche Version 2016), § 137.
UNHCR SCHWEIZ UND LIECHTENSTEIN, 2018
77
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