Zwangseinbürgerungen im 19. Jahrhundert: Carl Durheims Fahndungsfotografien von „Heimatlosen“ Das Bundesarchiv digitalisierte 221 Fahndungsfotografien von sogenannten „Heimatlosen“ und Fahrenden und machte diese der Öffentlichkeit zugänglich. „Heimatlose“ und Fahrende wurden bis weit ins 20. Jahrhundert als ordnungs- und sozialpolitisches Problem betrachtet. Von 1849 bis 1852 liess die politische Fremdenpolizei in einer schweizweiten Polizeiaktion „Heimatlose“ aufspüren, registrieren und zwangsweise einbürgern. Der Berner Pionierfotograf Carl Durheim erhielt von der Eidgenossenschaft den Auftrag, die in einem Berner Gefängnis inhaftierten „Heimatlosen“ und Fahrenden zu fotografieren.49 Quelle: Schweizerisches Bundesarchiv, Carl Durheims Fahndungsfotografien von Heimatlosen 2.7 Zusammenfassende Bewertung und Empfehlungen 65. Mit der Bevölkerungsstatistik des BFS und der Ausländer- und der Asylstatistik des SEM verfügt die Schweiz über detaillierte statistische Informationen darüber, wie sich die Zahl anerkannter Staatenloser in der Schweiz in den letzten Jahren entwickelte. Diskrepanzen in den Statistiken, die durch die Verwendung unterschiedlicher Definitionen und Kategorien bedingt sind, führen jedoch zu Unklarheiten. 66. Die Verwendung von „Restkategorien“ wie „Ohne Nationalität“, „Staat unbekannt“ und „Ohne Angabe“, lässt darauf schliessen, dass die Gesamtzahl der Staatenlosen in Wirklichkeit höher liegt als direkt aus der Bevölkerungsstatistik des BFS und der Ausländer- und der Asylstatistik des SEM in der jeweiligen Kategorie „Staatenlos“ hervorgeht. In Kapitel 3.2 zur Anerkennungspraxis und zum Ausschluss vom Staatenlosenübereinkommen werden Gründe für die geringe Zahl anerkannter Staatenlosen im Verhältnis zu denen in den „Restkategorien“ analysiert. 49 34 Vgl. Schweizerisches Bundesarchiv, Carl Durheims Fahndungsfotografien von Heimatlosen, https://bit.ly/29VFC2i; und Schweizerisches Bundesarchiv, Heimatlose und Fahrende in der Schweiz, https://bit.ly/2MpF59J. STAATENLOSIGKEIT IN DER SCHWEIZ

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