50. Dass Personen in der Kategorie „Staatenlos“ bei Weitem den sichersten Aufenthaltsstatus haben ist wenig überraschend. Auffällig ist hingegen, dass der Aufenthaltsstatus von Personen in der Kategorie „Ohne Nationalität“ auch gegenüber jenen in der Kategorie „Staat unbekannt“ bei Weitem prekärer ist. Sie führen in absoluten Zahlen in der Gruppe der Asylsuchenden, und relativ gesehen auch in jener der vorläufig Aufgenommenen. 2.3 Soziodemografische Informationen 51. Die Statistik des BFS ermöglicht eine einfache Gliederung der staatenlosen Wohnbevölkerung nach Geschlecht und Altersgruppen.31 Ende 2017 waren demnach 25,11% der Staatenlosen 0–19 Jahre alt. Während in dieser Altersgruppe 41,38% weiblich waren, ist der Anteil der weiblichen Bevölkerung der Staatenlosen im Allgemeinen niedriger mit 35,71%. 52. In der Kategorie „Ohne Angabe“ zeigt sich ein anderes Bild: 43,95% sind 0–19 Jahre alt; davon sind 45,99% weiblich. Der weibliche Gesamtanteil in der Kategorie „Ohne Angabe“ ist vergleichsweise tiefer mit 42,11%. 53. Die Statistik des SEM ermöglicht eine Auswertung der Personen nach Kanton, Geschlecht und Kategorie. Ende 2017 lebten 254 – und damit mehr als 40% aller anerkannten Staatenlosen – in den Kantonen Bern und Zürich. Der Anteil der Personen „Ohne Nationalität“, die in den beiden Kantonen lebten, war dagegen niedriger. In den französischsprachigen Kantonen der Schweiz – in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis – lebten ein Fünftel aller anerkannten Staatenlosen und 40,74% aller Personen „Ohne Nationalität“.32 54. Der Anteil der anerkannten Staatenlosen, die in der Schweiz geboren sind, ist nur im Bereich der Ausländerstatistik des SEM ausgewiesen und daher nur für den Teil der Staatenlosen, die eine C- oder B-Bewilligung besitzen, verfügbar. Er schwankte über die Jahre hinweg geringfügig zwischen 20% und zuletzt einem Tief von 14,34%. Im Schnitt ist ein Sechstel aller anerkannten Staatenlosen, die eine C- oder B-Bewilligung haben, in der Schweiz geboren und nicht selbst im Zuge von Flucht und Migration in die Schweiz gekommen.33 Eine entsprechende repräsentative Auswertung für die übrigen Kategorien ist nicht möglich. 55. Der Anteil der anerkannten Staatenlosen mit C- oder B-Bewilligung, die mit einem Schweizer oder einer Schweizerin verheiratet sind, schwankte über die Jahre hinweg zwischen 10% und zuletzt einem Tief von 1,45%. Ende 2008 und Ende 2010 wurde jeweils eine anerkannte staatenlose Person erfasst, die sich in einer eingetragenen Partnerschaft mit einem Schweizer beziehungsweise einer Schweizerin befand.34 Auch in diesem Bereich ist eine entsprechend repräsentative Auswertung für die übrigen Kategorien nicht möglich. 26 31 Vgl. BFS, Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Kanton, Anwesenheitsbewilligung, Staatsangehörigkeit, Geschlecht und Alter, 2017, verfügbar unter: https://bit.ly/2yPcWQW. 32 Vgl. SEM, Ausländerstatistik 2017: 2-10: Total Bestand ausländische Wohnbevölkerung nach Ausländergruppe, verfügbar unter: https://bit.ly/2q0y4j2. 33 Vgl. SEM, Ausländerstatistik 2008-2017: 2-22: Bestand ständige ausländische Wohnbevölkerung nach Zivilstand, verfügbar unter: https://bit.ly/2MrBKac. 34 Vgl. SEM, Ausländerstatistik 2008-2017: 2-22: Bestand ständige ausländische Wohnbevölkerung nach Zivilstand, verfügbar unter: https://bit.ly/2MrBKac. STAATENLOSIGKEIT IN DER SCHWEIZ

Select target paragraph3